Initiative der Deutschen Wirtschaft für Führungsnachwuchs aus Afrika.

Loide Mudanisse


Betriebswirtin

„Mein Ziel ist, eine aktive Rolle bei der Entwicklung eines Business-Netzwerks zwischen Mosambik und Deutschland zu spielen. Diese internationale Erfahrung ist das Werkzeug dazu.“

Name: Loide Mudanisse
Heimatland: Mosambik
Sprachkenntnisse: Portugiesisch, Englisch, Deutsch
Ausbildung/Studium: Bachelor of Arts in Betriebswirtschaftslehre, Universidade Eduardo Mondlane, Mosambik
Unternehmen/Institution: Mozal Aluminium Smelter, Maputo, Mosambik
Branche: Aluminium-Produktion
Berufliche Position: Finanzbuchhalterin
Unternehmensprofil: Die Aluminiumhütte Mozal ist der größte Aluminium-Produzent in Mosambik und der zweitgrößte in Afrika. Das in Maputo ansässige Unternehmen wurde 1998 gegründet und seine Eigentümer sind BHP Billiton, Mitsubishi Corporation, IDC und die Regierung von Mosambik.
Partnerunternehmen in
Deutschland:
Volkswagen AG

Im Rahmen des Programms Afrika Kommt! ist Frau Loide Mudanisse bei der Volkswagen AG Wolfsburg in der ersten Phase in der Abteilung Finanz Controlling tätig. Anschließend wird Sie Ihre Kenntnisse in der Abteilung Accounts receivable/payable einbringen und erweitern.


Die Geschichte von Loide Mudanisse
Maputo / Mosambik, Finanzberaterin, PMO Projects
AFRIKA KOMMT! 2010-12

“Durch AFRIKA KOMMT! habe ich mein Potential erkannt!”

“Es war ziemlich beängstigend,” erinnert sich Loide Mudanisse an die Zeit, als sie ihre Anstellung in ihrer Heimatstadt Maputo kündigte. Die Betriebswirtin hatte als Finanzbuchhalterin bei einem führenden Aluminiumproduzenten gearbeitet und liebte ihren Beruf. “Es war einfach ein Traumjob. Er war sicher, wir hatten ein großartiges Team. Und es war schwierig zu kündigen.” Doch Loide blieb bei ihrer Entscheidung am AFRIKA KOMMT! Programm teilzunehmen und verließ nicht nur ihren Job, sondern auch ihre Heimat und ihre Familie. “Es war eine Chance in Deutschland zu leben und von der internationalen Erfahrung zu profitieren.” Während ihres Praktikums arbeitete Loide Mudanisse in der Controlling Abteilung der Volkswagen AG in Wolfsburg. Als Trainee unterstützte sie das Controlling der Finanzkalkulationen und fand sich gleichzeitig in einer Unternehmenskultur voller Herausforderungen wieder: neue Aufgaben, neue Kollegen und neue Erfahrungen interkultureller Kommunikation. “Aber ich fand sehr viel Unterstützung,“ ergänzt Loide, “und eine meiner Kolleginnen kommt ursprünglich aus Südafrika, sie half mir auf Englisch zu kommunizieren.”

Im Juli 2013 kam Loide nach Deutschland zurück, um an einem Refresher-Kurs für AFRIKA KOMMT! Alumni in Bonn teilzunehmen. Ein Jahr nach Programmende resümiert sie: “Der größte Gewinn, den ich aus dem Programm mitnahm, ist, dass ich in vielerlei Hinsicht objektiver geworden bin.” In Afrika, erklärt sie, sei die Kommunikation über berufliche Dinge stets von vielen Diskussionen begleitet während man in Deutschland unter Arbeitskollegen gerne gleich auf den Punkt kommt. Der sprichwörtliche ‘effiziente’ deutsche Kommunikationsstil mag zwar im beruflichen Kontext vorteilhaft sein. Doch er erfordert ein gewisses Maß an Geduld im sozialen Umfeld, wenn Kollegen etwas mehr Zeit benötigen, um ein freundschaftliches Verhältnis zu knüpfen, insbesondere wenn eine Fremdsprache gesprochen wird.

Während ihres Praktikums schloss Loide Freundschaften mit ihren Kollegen bei Volkswagen und hatte im Juli die Gelegenheit, sie während ihres Deutschlandaufenthalts zu besuchen. Von Maputo aus hält sie engen Kontakt mit ihnen über E-Mail. Da die Volkswagen AG über keine Außenstelle in Mosambik verfügt, blieb Loides Arbeit für den deutschen Automobilhersteller auf ihr Praktikum in Wolfsburg beschränkt.

Nach ihrer Programmteilnahme und zurück in Maputo lebte Loide zunächst bei ihrer Familie. Den Geschäftsführer des Unternehmens PMO Projects kannte sie bereits vor ihrem Deutschlandaufenthalt, und einen Monat nach ihrer Rückkehr in Mosambiks Hauptstadt machte er ihr ein vielversprechendes Angebot. Obwohl es sich um eine vergleichsweise kleine Firma handelt, bot die neue Anstellung einige Vorzüge auch in finanzieller Hinsicht. Im Rückblick sagt Loide, dass sie ihre berufliche Stellung aufgrund ihrer internationalen Erfahrung verbessern konnte. In einem Team von drei Personen betreut Loide das Management eines anspruchsvollen Projekts für einen der Firmenkunden, ein Bahnunternehmen. „Wir arbeiten mit einer riesigen Menge an Information und Verantwortung. Aber die Objektivität, die ich aus Deutschland mitbrachte, hilft mir dabei, die Aufgaben zu meistern und das Projekt mit dem Kunden in einer professionellen Art und Weise zu bewältigen.“

Eines ihrer beruflichen Ziele ist, eine Schlüsselrolle in der wirtschaftlichen Beziehung zwischen Mosambik und Deutschland zu spielen. „Ich habe mehr Selbstbewusstsein in meiner beruflichen Verantwortung gewonnen. Mein Deutschlandaufenthalt und die Erfahrungen dort dienen mir als ‘Leitfaden’. Durch die Programmteilnahme habe ich mein Potential erkannt.“ Die Kooperationen zwischen beiden Ländern begann 1985. Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit, GIZ, hat gegenwärtig etwa 260 einheimische und internationale Mitarbeiter in Mosambik und unterhält ein Landesbüro in Maputo. Loide knüpfte bereits Kontakt mit dem Büro und bot ihre Unterstützung an, den Austausch vor Ort zu fördern. „Es wäre sehr hilfreich, die Betreuung für neue AFRIKA KOMTT! Teilnehmergruppen anzubieten bevor diese nach Deutschland ausreisen.“ Aus ihrer eigenen Erfahrung weiß sie, dass sie viele offene Fragen haben; Loide könne sie beantworten helfen. „Auch eine Online-Plattform wäre eine Unterstützung.“ Die Zahl der deutschen Unternehmen in Mosambik ist zwar nach wie vor sehr gering, aber mit Loide Mudanisse können sie auf eine umfangreiche und erfahrene Beratung vor Ort zählen.